Wenn heute jemand auf dem Platz des Potsdamer Golf-Clubs seine Runde dreht, wird er wohl kaum eine Vorstellung davon haben, was sich früher auf dem Gelände befand.
Das etwa 400 Morgen große Gelände (1 Morgen = 2500qm) beherbergte im 19. Jahrhundert eine Ziegelei, deren Ringofen sich im Bereich des Grüns der Bahn 8 befand.
Die dort gebrannten Ziegel wurden mit Lastkähnen Richtung Berlin transportiert. Reste der Hafenanlage sind am heutigen Karpfenweiher der Bahn 9 zu erahnen. Dieser hat seinen Namen übrigens, weil er nach dem Tonabbau für die Fischzucht verwendet wurde.
Das Herrenhaus, dessen verfallene Reste heute zu sehen sind, wurde ursprünglich um 1850/60 im neugotischen Stil errichtet.

 

Gutshaus Rückseite neugotisch

Der das Haus umgebende Garten wurde vom bekannten Garten- architekten Peter Joseph Lenné angelegt.
Leider ist heute von diesem Garten nichts mehr erhalten geblieben.
Nach dem Ziegelboom liefen die Lehmgruben mit Wasser voll oder wurden verschüttet.
Die mit Kanälen, Weihern und Teichen übersäte Landschaft entwickelte sich zum Anglerparadies und wird auch heute noch so genutzt.

 

Luftbild Gelände

 

1926/1927 übernahm Hermann Schröder, Professor der Zahnmedizin an der Charité, das Gelände. Das mittlerweile landwirtschaftlich genutzte Anwesen wurde von ihm umfassend modernisiert. Das Herrenhaus wurde komplett saniert, eine große Scheune gebaut.

Mit einer Ölzentralheizung hielt neueste Technik Einzug. 1944 entstand in der Nähe des Herrenhauses ein kleiner Bunker, der heute verschüttet und zugewachsen ist.
Nach dem Krieg wurde das Gelände aufgrund seiner Größe von knapp über 100ha enteignet und Bestandteil eines volkseigenen Gutes (VEG).

 

Gutshaus nach dem Umbau

 

Im Jahre 1990 kauften die Architekten Paul-Georg Herrmann und Jochen Bultmann das Gelände, welches bis dato als Schafswiese und Baumschule genutzt wurde. Ihr Verwandter Graf Thure-Gabriel Oxenstierna hatte die Idee zum Bau des ersten Golfplatzes in den neuen Ländern (der Helm seines Familienwappens ziert heute das Logo des PGC). .

Platzbau

 

Am Ende einer langen Grundstückssuche fiel die Wahl auf das sehr naturnahe Gebiet bei Tremmen. Nach endlosen Rangeleien mit den Behörden ging es endlich los. Am 1. Mai 1991 wurde das erste offizielle Clubturnier auf der noch provisorischen 9-Loch-Anlage gespielt. Ende 1991 zählte man bereits 298 Mitglieder. Am 19.9.1992 war es dann soweit: Die erste Brandenburger 18-Loch-Golfanlage konnte eingeweiht werden.

 

Platzbau